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„Less but better“ – stilprägendes Design aus der Mainmetropole

Frankfurt am Main ist in Europa besonders für seine herausragende Architektur bekannt.  Aber auch in Gestaltungsdisziplinen wie Grafik- und Produktdesign verfügt Frankfurt über ein starkes eigenständiges Profil. Bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts markierten Firmen wie die Adlerwerke, die von Walter Gropius beraten wurden, mit stilprägenden Entwürfen für Autos und Schreibmaschinen oder die Bauer’sche Gießerei, die mit Futura eine ikonische Schriftart entwickelt hat, die Stadt als Designstandort. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es vor allem das Unternehmen Braun, das bei Elektrogeräten eine innovative Designphilosophie vertreten hat, die sich bis heute durch ihre gestalterische Langlebigkeit und klare Benutzerführung auszeichnet.

 

 

Dieter Rams ist das Mastermind hinter legendären Entwürfen wie für die elektrostatischen Lautsprecher LE1, die Hi-Fi-Anlagen Regie und Atelier oder den Taschenrechner ET 66, den er gemeinsam mit Dietrich Lubs designt hat. Viele seiner Arbeiten sind ausgezeichnet, mehrere von ihm gestaltete Geräte sind im festen Bestand des Museum of Modern Art in New York. Die Abwandlung des Mies-van-der Rohe-Zitats „Less is more" in „Less but better" (weniger, aber besser) gehört zu den Kernaussagen von Dieter Rams. Es ist somit kein Wunder, dass gerade Apple Gründer Steve Jobs die Designsprache von Dieter Rams besonders geschätzt hat. Aktuell widmet das Frankfurter Museum für angewandte Kunst dem Wiesbadener Industriedesigner einen Stilraum, in dem sich auch seine Möbelentwürfe wie das legendäre Regalsystem 606 bestaunen lassen.

 

Gerade Möbeldesigner sind es auch heutzutage die den guten Ruf Frankfurts im Design prägen. Ganz vorne dabei ist der Hersteller e15, dessen Möbel sich in der  Elbphilharmonie in Hamburg oder in den Büros des Architekten David Chipperfield finden. Aber auch in Frankfurter Restaurants wie zum Beispiel dem Stanley Diamond kann man  die progressiven Gestaltungsideen von e15 live erfahren. Und die von Firmengründer Philipp Mainzer Mitte der 1990er entworfenen Klassiker wie der Tisch BIGFOOT™ und der Hocker BACKENZAHN™ werden nach wie vor weltweit verkauft.

 

Die junge Generation der Designer vom Main kommt oft aus der Hochschule für Gestaltung im benachbarten Offenbach. Einer ihrer bekanntesten Vertreter ist Sebastian Herkner, der im Alter von Mitte 30 unter anderem bereits zwei Wallpaper Design Awards gewonnen hat. Der Bell Table für ClassiCon gehört zu seinen bekanntesten Entwürfen. Herkner entwirft außerdem für internationale Firmen wie Moroso, Fontana Arte oder Rosenthal.

 

Aber es sind nicht nur die ganz großen Namen, die Frankfurt zur Designmetropole machen. Es sind auch über die ganze Stadt verteilte Shops und Labels – wie zum Beispiel Frank Landau mit seiner Sammlung an seltenen Möbelstücken oder das junge Schuhdesign von Lika Mimika, die diesen Eindruck unterbauen. Und die gelernte Designaffinität der Frankfurter sorgt dafür, dass der Anspruch an gute Gestaltung ständig wächst. Das merkt man auch im Alltag – in zahlreichen großartig gestalteten Bars, Cafés und Restaurants.

 

Bilder und Bildrechte:

Bild oben: Dieter Rams Stilraum © Anja Jahn // Museum für angewandte Kunst 

Bild unten und Titelbild: Tisch BIGFOOT™ und der Hocker BACKENZAHN™  © e15